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Welttoilettentag 2008 in Berlin - Positionspapier mit Forderungen an die Regierung


Hintergrund dieser Kundgebung war das von der UN für 2008 ausgerufene „Internationale Jahr der sanitären Grundversorgung“. Unter dem Motto „100.000 zukunftsfähige Toiletten machen Schule“ übergaben deutsche Nichtregierungsorganisationen des Forums Umwelt und Entwicklung (darunter auch Vertreter der BORDA) dem Staatssekretär Erich Stather (BMZ) ein Positionspapier, mit dem die Bundesregierung aufgefordert wird, konkrete Maßnahmen zum Erreichen des Millenniumsentwicklungszieles zur sanitären Grundversorgung zu ergreifen. Dieses Ziel sieht vor, die Anzahl der Menschen ohne sanitäre Grundversorgung bis zum Jahr 2015 zu halbieren.
 
Jedoch ist dieses Ziel weiter entfernt denn je: 2,5 Milliarden Menschen – 38% der Weltbevölkerung – leben ohne angemessene sanitäre Einrichtungen und somit fließen jährlich unzählige Tonnen menschlichen Abwassers unbehandelt in die Umwelt. Täglich sterben etwa 5.000 Menschen an den Folgen von Trinkwasser, welches durch Fäkalien verschmutzt wurde. „Dabei gibt es zahlreiche Erfahrungen dazu, welche sozialen und technischen Komponenten zuverlässige Lösungen bilden, die sich auch unter extremen Verhältnissen bewährt haben“, so Stefan Reuter von BORDA. Dass das Problem der sanitären Grundversorgung auch in Europa besteht, belegt der Fakt, dass etwa 20 Millionen Menschen innerhalb der EU keine hygienischen Toiletten haben.    
 
Anlässlich der Übergabe eines Positionspapiers sicherte Staatssekretär Erich Stather zu, dass die darin enthaltenen Anregungen und Forderungen im BMZ „auf fruchtbaren Boden“ stoßen und betonte die Bedeutung der sanitären Grundversorgung für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit.
 
Als nachhaltig und zukunftsfähig sind solche Sanitätskonzepte gefragt, die wasserwirtschaftliche, landwirtschaftliche und Energie-Aspekte mit berücksichtigen.
 
Unter dem Motto 100.000 zukunftsfähige Toiletten machen Schule schlug das Forum Umwelt und Entwicklung auf ihrer Kundgebung vor:
 
  • Kurzfristig 100.000 nachhaltige und zukunftsfähige Sanitäreinrichtungenen an Schulen und vergleichbaren Einrichtungen mit Vorbildfunktion zu errichten.
  • Die Initialisierung einer nationalen und internationalen Forschungs-, Entwicklungs- und Bildungsoffensive zu ökologischen Sanitäreinrichtungen und kreislauforientierten Sanitärkonzepten
  • Rechtliche Regelung zur Förderung von kreislauforientierten Sanitärsystemen und zur Behandlung und Verwendung von Urin und Fäkalien als organischer Dünger bzw. Kompost und behandeltem Abwasser in der Landwirtschaft.

Tim Cordsen, BORDA Bremen