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DGB unterstützt den Aufbau eines gewerkschaftlichen Beratungszentrums in Aceh


Gewerkschaften helfen: DGB unterstützt den Aufbau eines gewerkschaftlichen Beratungszentrums in Aceh

Auch die in Aceh aktiven Gewerkschaften haben durch die Tsunami-Katastrophe große Verluste unter ihren Mitgliedern zu beklagen. Unter den zahlreichen Opfern befinden sich Beschäftigte des Strom-, Post- und Telekommunikationssektors, der Zementindustrie sowie Lehrerinnen und Lehrer und Angehörige der Polizei. Von den Überlebenden haben viele ihre Familienangehörige, ihren Arbeitsplatz, ihr Zuhause und somit ihre gesamte Lebensgrundlage verloren.

Mittlerweile hat der Wiederaufbau der zerstörten Region begonnen. Dabei geht es allerdings nicht nur um den Wiederaufbau von Häusern und Infrastruktur, sondern auch um den Wiederaufbau der Zivilgesellschaft und der Gewerkschaften, die dafür sorgen müssen, dass die Opfer der Flutkatastrophe an der Planung und Durchführung der Wiederaufbauprojekte beteiligt werden und dass dabei die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer berücksichtigt werden.

Das Trade Union Care Center (TUCC)

Auf Initiative der indonesischen Dienstleistungsgewerkschaft ASPEK wurde mit finanzieller Unterstützung des DGB und des American Center for International Labor Solidarity (ACILS) in der Provinzhauptstadt Banda Aceh ein gewerkschaftliches Beratungszentrum (Trade Union Care Center) aufgebaut. Die Friedrich Ebert Stiftung (FES) in Indonesien, die bereits seit mehreren Jahren mit ASPEK zusammenarbeitet, hat den Aufbau des gewerkschaftlichen Beratungszentrums organisatorisch und fachlich unterstützt. Eingeweiht wurde das Zentrum am 23. März 2005.

Das Trade Union Care Center (TUCC) leistet zum einen humanitäre Hilfe für Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter sowie deren Familien, die durch den Tsunami in Not geraten sind. Mit Geldern, die von verschiedenen internationalen Gewerkschaftsorganisationen bereit gestellt worden sind, hat das TUCC Hilfsgüter gekauft und an die Opfer verteilt. Dringend benötigt wurden vor allem Grundnahrungsmittel, Kleidung und Haushaltsgegenstände. Das TUCC leistet aber nicht nur humanitäre Hilfe, sondern fungiert auch als Beratungszentrum für die gewerkschaftliche Organisierung und Weiterbildung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Aceh.

Mit seiner Arbeit möchte das TUCC einen Beitrag zum Aufbau starker und demokratischer Gewerkschaften leisten, da die Gewerkschaftsbewegung insbesondere in Aceh noch in den Anfängen steckt, wo die Entfaltungsmöglichkeiten für Gewerkschaften und andere zivilgesellschaftliche Organisationen aufgrund des langjährigen Konfliktes zwischen dem Militär und der Rebellenorganisation GAM stark eingeschränkt waren.

Das TUCC versucht mit seiner Arbeit vor allem, die gewerkschaftliche Organisierung der Beschäftigten voranzutreiben. Grundkenntnisse über die Gewerkschaftsbewegung und die Aufgaben gewerkschaftlicher Arbeit werden in "Basic Training Programs" vermittelt, die das TUCC bereits mit verschiedenen Gewerkschaften durchgeführt hat, u.a. mit der Postgewerkschaft (SP. Pos Indonesia), mit der Gewerkschaft der Plantagenarbeiter (Plantation Workers Union) sowie mit der Gewerkschaft der Hilfslehrkräfte (Supporting Teachers Union. Neben diesen "Basic Training Programs" bietet das TUCC auch andere Weiterbildungsmaßnahmen an wie z.B. IT-Trainingskurse.

Die Zusammenarbeit zwischen den Gewerkschaften fördern

Der Zersplitterung der Gewerkschaftsbewegung versucht das TUCC entgegen zu wirken, indem es den Dialog zwischen den einzelnen Gewerkschaften fördert. Ein erster Erfolg ist bereits zu verzeichnen: Im Rahmen einer von der ILO und dem TUCC organisierten Veranstaltung am 16. und 17. April 2005 kamen führende Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Gewerkschaften überein, einen neuen Gewerkschaftsverbund in der Provinz Aceh zu gründen, die "Trade Union Association of NAD Province" (1- KASPNAD). Dieser Beschluss wurde am 1. Mai 2005 in die Tat umgesetzt.

Der Beitrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes(DGB)

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), das American Center for International Labor Solidarity (ACILS) und die Friedrich Ebert Stiftung (FES) waren die ersten ausländischen Organisationen, die mit dem Aufbau des Trade Union Care Centers (TUCC) unmittelbare Hilfe für Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter in der von der Flutkatastrophe zerstörten Region geleistet haben.

Mit den vom DGB bereit gestellten Mitteln wurde für das TUCC ein Gebäude angemietet und mit Möbeln und Gebrauchsgegenständen ausgestattet. Bücher und Lehrmaterialien, Computer, Drucker, Telefon und ein Motorrad wurden angeschafft sowie ein Stromgenerator, der das TUCC bei den immer noch häufigen Stromausfällen mit Elektrizität versorgt. Darüber hinaus wurden verschiedene Trainingsprogramme finanziert und zehn Personalcomputer für das IT -Ausbildungszentrum des TUCC gekauft. Die laufenden Kosten, wie zum Beispiel die Gehälter der Mitarbeiter, werden größtenteils von der amerikanischen Partnerorganisation ACILS übernommen. Neben dem DGB und ACILS unterstützen nun auch andere Organisationen die Arbeit des TUCC. Bei der Durchführung von Trainingsseminaren und Workshops arbeitet das TUCC beispielsweise mit der örtlichen Vertretung der International Labour Organisation (ILO) zusammen. Weitere Unterstützung zur Finanzierung zukünftiger Programme ist von verschiedenen Seiten zugesagt.