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Delegation aus Indien informierte sich über die deutsche Genossenschaftsorganisation


Auf Einladung von INWENT informierte sich eine indische Delegation – bestehend aus Regierungsvertretern aus Andhra Pradesh (AP) sowie Vorstandsmitgliedern von APMAS (Mahila Abivruddhi Society, Andhra Pradesh) – im Rahmen eines durch den DGRV organisierten Besuchsprogramms vom 12.-19. November 2006 über die Funktionsweise des deutschen Genossenschaftssystems. Der deutsche Genossenschaftssektor diente der Delegation als mögliches Beispiel für künftige Entwicklungen in Indien. Von besonderem Interesse war dabei die Rolle von Genossenschaftsbanken, deren Aufsicht und Prüfung, die genossenschaftliche Selbstkontrolle und Sicherung sowie die staatliche Finanzaufsicht. Der DGRV informierte die Delegation über die Entstehung und Bedeutung des genossenschaftlichen Systems und organisierte Fachinformationsgespräche bei Primärgenossenschaften aus dem Finanz- sowie Warensektor, bei einem regionalen Prüfungsverband, beim Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR), der Sicherungseinrichtung des BVR, bei genossenschaftlichen Bildungseinrichtungen auf regionaler und Bundesebene (ADG) sowie bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Seit 1992 wird mit Unterstützung durch den indischen Staat, NGOs, Banken und internationale Geberinstitutionen, darunter die GTZ, ein Netzwerk von „Self-Help-Groups“ (SHGs) insbesondere in ländlichen Regionen Indiens aufgebaut. Die SHGs sollen den Zugang zu finanziellen (teils auch nicht-finanziellen) Dienstleistungen in den ländlichen Regionen verbessern, um damit zur Bekämpfung der Armut beizutragen. In Indien sind inzwischen insgesamt rd. 2,5 Mio. SHGs mit jeweils 15 bis 20 Mitgliedern, vor allem Frauen (90%), entstanden, davon allein knapp 600.000 in AP. Der indische Bundesstaat Andhra Pradesh ist Vorreiter bei der SHG-Entwicklung.

Seit einigen Jahren wird eine mehrstufige SHG Struktur aus Basisorganisationen und „Federations“ auf Orts-, Subdistrikts- und Distriktsebene aufgebaut. Diese sollen die SHGs bei ihren Finanzaktivitäten unterstützen und ihnen den Zugang zum formellen Finanzsektor sichern. Insgesamt bestehen inzwischen knapp 67.000 Federations, davon allein etwa 29.000 in AP. Teilweise sind die Federations „gemischtwirtschaftliche Genossenschaften“, die ihren Mitgliedern neben Finanzdienstleistungen auch nicht-finanziellen Service bieten (Warengeschäft, Milcherfassung und -verarbeitung u. ä.). APMAS unterstützt seit 2001 als NGO diese Entwicklung mit Lobbying und Beratung sowie verschiedenen grundlegenden Serviceleistungen für die SHGs, staatliche Institutionen und andere Stakeholder.