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Wirkungsanalyse des BORDA Wasserversorgungsprogramms in der VR China - Erste Ergebnisse


Ziel des BORDA HydRam Projektes ist, Haushalte in armen, bergigen Regionen mit Wasser zu versorgen und dadurch das Einkommen zu steigern, den Lebensstandard zu erhöhen und den Frauen mehr Teilnahme am sozialwirtschaftlichen Leben zu ermöglichen. Dieses Projekt läuft in China seit über zehn Jahren.

Mit den Millenniumentwicklungszielen und der OECD Erklärung von Paris über die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit hat sich der Ruf nach Wirkungsanalysen drastisch erhöht. Um ein Projekt und dessen Beitrag zu übergeordneten Programmzielen bewerten zu können, ist es notwendig, die gewünschten Ergebnisse mit den tatsächlich beobachtbaren Ergebnissen abzugleichen.

Wirkungsanalysen von Projekten stehen allerdings einer Reihe von Herausforderungen gegenüber. Wirkung wird definiert als ein langfristiges Ergebnis von Maßnahmen. Nun ereignen sich über diesen Zeitraum auch andere Veränderungen in der Beobachtungsgruppe, wodurch es schwierig wird, die beobachteten Veränderungen einer bestimmten Maßnahme zuzuordnen. Da Leistungen und deren kurzfristige Wirkungen Veränderungen und weitere indirekte Wirkungen auslösen, die sich gegenseitig beeinflussen, wird es schwierig, das Wirkungsausmaß einer Aktivität in diesem komplexen Geflecht zu ermessen.

Die Wahl der Methode ist dabei entscheidend. Zeit- und Ressourcenvorgaben erlauben es meist nicht, umfangreiche Studien zu allen Dimensionen der möglichen Projektwirkungen zu verfassen. Daher ist es notwendig, die Faktoren zu selektieren, die in Signifikanz und Relevanz hervorstehen und für die verlässliche Daten erhoben werden können.

Für eine empirisch belegbare Selektion führte ich in Zusammenarbeit mit der Zhejiang University of Technology (ZJUT) eine qualitative Vorstudie durch. Da die Interviewer eine zentrale Rolle bei qualitativen Erhebungen einnehmen, hängt die Qualität der Ergebnisse stark von der Qualität der Interviewer ab. Aus diesem Grund führte ich einen Trainingworkshop an der ZJUT durch.

Die Feldstudie wurde in acht Dörfern in drei Landkreisen durchgeführt. In unseren Gesprächen mit Bauern, Kleinunternehmern und Müttern jeweils unterschiedlichen Alters zeigte sich, dass das Einkommen in den letzten zehn Jahren in allen Dörfern gestiegen war.

Die Ergebnisse der strukturierten Interviews lassen ferner erkennen, dass der HydRam zu einem Drittel an der Wandlung von Produktionsmethoden beteiligt zu sein scheint. Neben Straßenbau, Kommunikation und Marktzugang, hat der HydRam einen Anteil von etwa 6% am Wechsel von Subsistenz- zu gewerblichem Anbau. In Dörfern, in denen der HydRam ausschließlich zur Bewässerung genutzt wird, zeigte sich relativ gesehen eine höhere Relevanz von gewerblichem Anbau. In Dörfern, die den HydRam zusätzlich zur häuslichen Wassernutzung einsetzen, wurde dagegen relativ häufiger ein Zusammenhang zwischen HydRam und verbesserten Lebensbedingungen konstatiert.

Die Ergebnisse der Umfrage weisen darauf hin, dass die Nutzung des HydRam zur Wasserversorgung zu einer verbesserten Lebensgrundlage und erhöhter Sicherheit führen. Um dies allerdings als allgemeingültige Wirkung des HydRams unabhängig von Bildung, lokalen Bedingungen und anderen Einflüssen bestätigen zu können, bedarf es der Untersuchung eines größeren Samples unter Verwendung eines detaillierten Fragebogens. Basierend auf den empirischen Belegen dieser Vorstudie wird die Hauptstudie vorrangig die Beziehungen zwischen HydRam, Anbau und Einkommen sowie häuslicher Wasserversorgung und Lebensstandard untersuchen.

Charlotte Kautt, BORDA, Bremen