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Umweltschutz und Katastrophenschutz in Kuba - Zusammenarbeit von dvv international mit dem kubanischen Pädagogenverband


Die kubanische Regierung hat zwar schon eine Reihe von Maßnahmen und Plänen des Katastrophenschutzes eingeführt, die entscheidend dazu beigetragen haben, Menschenleben zu retten, aber es sind noch zusätzliche präventive und nachhaltige Maßnahmen notwendig, um die Bevölkerung über Ursachen zu informieren, zu verändertem Handeln anzuleiten und Lehrpersonal für das Training von Katastrophenprävention vor Ort auszubilden.

dvv international hat im August 2006 mit dem kubanischen Erziehungsministerium einen Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, mit dem Titel: „A prepararnos y protegernos - Bereiten wir uns vor und schützen wir uns: Umwelterziehung, Umweltschutz und Katastrophenschutz im Wassereinzugsgebiet des Río Cuyaguateje und der Nationalparks von Guanahacabibes und Viñales“.

Im Unterschied zu den meisten staatlichen Bildungsprogrammen, die von oben angeordnet und durchgeführt werden, legt dieser Projektansatz großen Wert auf die aktive Beteiligung der Zielgruppen (Koordinatoren, Lehrkräfte von Schulen, Schüler/Schülerinnen, Studenten/Studentinnen, Führungspersönlichkeiten in den Gemeinden und die Bevölkerung der Projektregion). Es wird bewusst auch die Koordination mit nichtstaatlichen Organisationen gesucht, die Erfahrung im Bereich der sog. Educación Popular haben. Diese Methode der Erwachsenenbildung, die die Teilnehmer einbezieht und in der örtlichen Gemeinschaft verankert ist, ist in Kuba in der Praxis noch weitgehend unbekannt. In diesem Bereich aber hat dvv international in seiner Arbeit mit lateinamerikanischen Partnern der gesamten Region einen großen Reichtum an Erfahrungen gesammelt, die in Kuba fruchtbar gemacht werden können.

Teil dieser Projektaktivitäten ist ein zweitägiges Seminar, das in diesem Jahr an dem seit 5 Jahren (Taller „Guaní – Ciencia“) regelmäßig abgehaltenen Gründungsfest der Provinzstadt Guane am 21. und 22. Februar neben anderen Veranstaltungen stattfindet. Hier sollen die Ergebnisse von Untersuchungen und Erfahrungen der am Projekt teilnehmenden Gruppen vorgestellt und Lösungsansätze aufgezeigt werden. Solche Veranstaltungen mit unterschiedlichsten Aktivitäten und unter Beteiligung der Bevölkerung, vor allem auch der Schulen entwickeln sich zu einem festen Bestandteil der Projektaktivitäten und ermöglichen auf diese Weise eine stärkere Breitenwirkung und Verankerung in der Bevölkerung.

Es ist geplant, die Erfahrungen und Ergebnisse dieses Projektes auch für zwei weitere besonders gefährdete Gebiete zu nutzen. Die in der ersten Projektphase entwickelten didaktischen Materialien, Videos, Webseite, etc. werden dabei sicherlich von Nutzen sein.

dvv international unterstützt noch ein zweites Projekt in Kuba in Koordination mit dem kubanischen Pädagogenverband (Asociación de Pedagogos de Cuba – APC): „Reto a la Osadía – Educación Popular a Distancia“.

Die APC hat mit Unterstützung der kubanischen Regierung Weiterbildungszentren in jeder der 15 Provinzen errichtet. Für die über 24.000 Mitglieder der APC (es handelt sich vor allem um Lehrer, Lehrerinnen und Pädagogen, aber auch um Personal anderer  Fachgebiete wie Medizin, Landwirtschaft und Soziales) werden dort verschiedene Fortbildungskurse angeboten. Mit Hilfe von dvv international wurden die 15 Weiterbildungszentren z.B. mit Computern, Druckern, Fernsehern, Videogeräten, etc. ausgestattet und verschiedene Fernstudiengänge entwickelt. Für die Kommunikation wird landesweit das Intranet (RIMED) des kubanischen Erziehungsministeriums genutzt, an das diese Zentren angeschlossen sind.

Am ersten Kurs zum Thema „Participación Educativa – Partizipation im Bildungsprozess“ haben landesweit insgesamt über 1.500 Personen teilgenommen. Der zweite Kurs mit dem Thema „Como sistematizar experiencias – Wie können Erfahrungen systematisiert werden?“ hat gerade begonnen und ist vom Erziehungsministerium für einen Masterstudiengang anerkannt, an dem aktuell ca. 72.000 Lehrer und Lehrerinnen im ganzen Land teilnehmen. Von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen an diesen Kursen wird vor allem die partizipative Methode der Educación Popular geschätzt, die in der formalen Lehrerausbildung nur sehr eingeschränkt angewendet wird und wenig bekannt ist.

Durch den Aufbau und die Freischaltung der eigenen Web-site: www.apc.rimed.cu konnten viele Serviceleistungen für die Mitglieder der APC und für interessierte Erwachsenenbildner geschaffen werden. Inzwischen wurden auch schon mehrere Nummern der wissenschaftlichen Zeitschrift Educ@ (Revista digital de la Asociación de Pedagogos de Cuba) herausgegeben.

Hans Pollinger, Lateinamerikareferent von dvv international