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Leichter Spendenrückgang auf hohem Niveau


 Das sehen wir allerdings nicht als Misserfolg, da 2005 aufgrund der Spenden für die Opfer des Tsunami in Südostasien ein absolutes Ausnahmejahr in unserer 30jährigen Geschichte war. Insofern befinden wir uns mit einem Spendeneingang von gut 3,1 Millionen Euro in 2006 nach wie vor auf einem hohen Niveau.“

Mit dieser Bilanz präsentierte Generalsekretär Hubert Tintelott in Paderborn den Jahresbericht 2006 von Kolping International. Zurücklehnen könne man sich aber nicht, denn: „Unsere Aufgaben werden immer zahlreicher. Der Verband wächst weiter, so haben wir in 2006 neue Selbsthilfegruppen unter anderem in Myanmar und Kamerun gegründet.“ Hinzu komme immer wieder auch Nothilfe für die Partnerverbände.

So habe Kolping International 2006 unter anderem Unterstützung für betroffene Mitglieder durch Hochwasser in Rumänien und den Bürgerkrieg in Sri Lanka geleistet. Der Bedarf an Spendenmitteln werde auch in den kommenden Jahren weiter steigen, so der Generalsekretär.

In absoluten Zahlen erhielt Kolping International in 2006 3,13 Millionen Euro an Spenden von Einzelpersonen, deutschen Diözesan und europäischen Nationalverbänden. 84 Prozent der Einzelspender sind Kolpingmitglieder. Die Spenden machen rund ein Drittel des Jahresbudgets aus. Gut zwei Drittel – 5,92 Millionen Euro – sind öffentliche Zuschüsse, vor allem vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) und der Europäischen Union.

Mit diesen Mitteln hat Kolping International rund 400 Projekte in 46 Ländern unterstützt – 2005 waren es noch 44 „Unser Ziel ist die Armutsbekämpfung. Und dazu bauen wir stark auf die berufliche Aus- und Weiterbildung und auf die Schaffung von Arbeitsplätzen. Denn nur wer die entsprechende (Aus)Bildung hat, kann eine Arbeit finden, und nur wer Arbeit hat, hat eine Chance, sich aus seiner Armut zu befreien“ so Tintelott. Hier sieht er besonders die Verantwortlichen in den armen Ländern in der Pflicht: „Die Mittel aus den Schuldenerlassen sollten eigentlich in die Bildungssysteme dieser Länder investiert werden. Das ist aber viel zu wenig passiert – die erlassenden Länder müssen viel stärker auf die Erfüllung dieser Bedingungen achten, schließlich rechnen sie sich die Schuldenerlasse als Teil ihres Beitrags zur Entwicklungshilfe an,“ sagte er.

Kolping International baut auf eine umfassende Bildung. Weltweit betreibt Kolping Schulen und Kindergärten, bietet berufliche Aus- und Weiterbildung an und führt gesellschaftspolitische Bildungsmaßnahmen durch. In der beruflichen Bildung habe sich in den letzten Jahren ein Wandel vollzogen, weg von großen, repräsentativen, aber kostspieligen und unbeweglichen Berufsbildungszentren hin zu flexiblen Ausbildungen in Modulform, die zusammen mit Behörden und Wirtschaft vor Ort organisiert und angeboten werden, erläuterte Tintelott. „Damit greifen unsere Partner in den Nationalverbänden die Notwendigkeiten vor Ort auf, wo Menschen sich keine langen Ausbildungszeiten leisten können, während der sie nichts verdienen. Auch legen wir großen Wert darauf, unsere Ausbildungsangebote an die Bedürfnisse des lokalen Arbeitsmarktes anzupassen.“

Enttäuscht zeigte Tintelott sich von den Ergebnissen des G8-Gipfels: „Im Prinzip wurden die Absichtserklärungen von Gleneagles 2005 wiederholt. Was fehlt, ist ein konkreter Zeitplan. Umso wichtiger ist es, dass Nichtregierungsorganisationen wie Kolping International die Politik immer wieder an ihre Verantwortung erinnern.“

Dazu diente auch die Unterschriftensammlung der Aktion „Deine Stimme gegen Armut“, zu der Kolping allein knapp 50.000 Unterschriften beisteuern konnte. 30.000 davon kamen aus so genannten Entwicklungsländern, unter anderem aus Bolivien und Uganda.

Gastgeber der Pressekonferenz war das Kolpingwerk Paderborn, vertreten durch Geschäftsführer Werner Sondermann. Das Kolpingwerk Paderborn unterstützt die Arbeit von Kolping International seit mehr als 40 Jahren, in den vergangenen Jahren schwerpunktmäßig in Kroatien und Mexiko. „Im Jahr 2006 haben wir 410.249 Euro für Entwicklungshilfeprojekte von Kolping International gespendet,“ so der Geschäftsführer. Das sei im Vergleich zu 2004 eine Steigerung von 18 Prozent. Herausragendes Projekt der Paderborner ist der Vertrieb des fair gehandelten Kaffees Tatico, der von einer Kolping-Kooperative im Süden von Mexiko angebaut wird. Europaweit werden pro Jahr rund 70 Tonnen Kaffee verkauft.