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CONFINTEA VI steht vor der Türe


Zehn Jahre ist es her, dass Deutschland Gastgeber der größten internationalen Konferenz zur Erwachsenenbildung war. Schon seit 1949 gibt es alle zwölf Jahre eine CONFINTEA, ein Kürzel, das der französischen Bezeichnung im Jargon der UNESCO folgt. Die nächste wird 2009 in Brasilien sein. 2008 gibt es fünf Vor-Konferenzen; die für Europa/Nordamerika im Dezember in Ungarn.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Am UNESCO Institut für Lebenslanges Lernen in Hamburg (UIL) wurde ein internationaler Beraterkreis geschaffen, der die inhaltlichen und organisatorischen Klärungen vorantreibt. Leitlinien wurden erarbeitet und an alle Nationalen UNESCO-Kommissionen versandt, um auf deren Grundlage Länderberichte zum Stand der Erwachsenenbildung heute zu erarbeiten.

Federführend in Deutschland ist dafür das BMBF, das die Erstellung des Berichts dem Deutschen Institute für Erwachsenenbildung (DIE) übertragen hat. In seinem Rundschreiben an etwa 20 wichtige Organisationen der deutschen Weiterbildungsszene fragt es:

- „Welches sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Herausforderungen und Zukunftsperspektiven für den Weiterbildungsbereich?
- Welche Erwartungen knüpfen Sie in diesem Zusammenhang an CONFINTEA VI?
- Welche Initiativen/Programme seit 1997 erachten Sie als besonders bedeutsam für die Entwicklung der Weiterbildung in Deutschland und warum? Inwiefern können diese als gutes Beispiel für andere Länder dienen?
- Welche Forschungsarbeiten der letzten fünf Jahre in Deutschland erachten Sie als besonders einflussreich für die Gestaltung der Weiterbildungspraxis und –politik und inwiefern?“

Der Bericht wird eine wichtige Rolle auf der europäischen Konferenz und der Weltkonferenz spielen, aber auch eingehen in einen Global Report on Adult Learning and Education, den das UIL erarbeitet. Alle Dokumente sind unter www.unesco.org/education/uie/confintea  einzusehen; die Leitlinien für die Erstellung der nationalen Berichte sind unter http://www.unesco.org/uil/en/nesico/confintea/confintea/htm eingestellt.


Was läuft es denn sonst noch parallel?

Zu beachten sind weitere internationale Programme, Bildung für Alle zu garantieren, als einer qualitativ hohen Grund- und Weiterbildung für alle Kinder, Jugendliche und Erwachsene in der Perspektive Lebenslangen Lernens:

  • EFA: Education for All wurde auf dem Weltbildungsforum in Dakar 2000 verabschiedet. Es waren die besorgniserregenden Zahlen – mehr als 113 Millionen Kinder im schulpflichtigen Alter gehen nicht zur Schule, 880 Millionen Erwachsene können nicht oder kaum Lesen, Schreiben und Rechnen – die einen weltweit geltenden Aktionsplan erforderten: Ausdrücklich genannt sind Basisqualifikationen für alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsene, aber auch Weiterbildungsmöglichkeiten in lebenslanger Perspektive. Jährlich wird seither ein globaler Fortschrittsbericht erarbeitet. Näheres dazu www.efareport.unesco.org
  • UNLD: Das ist die Dekade für Alphabetisierung der Vereinten Nationen, ausgerufen 2002, und soll einen wesentlichen Beitrag leisten, in allen Ländern der Welt Lesen und Schreiben zu fördern und die verbliebene Analphabetenrate um 50% zu reduzieren. http://www.unesco.org/uil/en/focus/undecade.htm 
  • LIFE steht für Literacy Initiative for Empowerment, gilt für die Jahre 2005 bis 2015 und richtet sich vor allem an die Entwicklungsländer mit den höchsten Zahlen von Analphabeten. Näheres unter http://www.unesco.org/uil/en/focus/litinforemp.htm 
  • DESD: Wieder war es eine Entscheidung der Generalversammlung der Vereinten Nationen, diese Decade of Education for Sustainable Development ab 2005 ins Leben zu rufen. Der zuständige Ausschuss des Bundestages befasste sich ausführlich damit, forderte von der Bundesregierung einen Aktionplan für Bildung und nachhaltige Entwicklung. Die Deutsche UNESCO Kommission wurde Projektträger, richtete einen Runden Tisch ein, betreibt die Plattform http://www.bne-portal.de  und für uns ist die Arbeitsgruppe für Außerschulische und Weiterbildung zuständig. 
  • IALW: Und dann könnte man in diese Auflistung auch die International Adult Learners Week aufnehmen, die inzwischen etwa 50 Länder erfasst hat. Siehe http://www.unesco.org/education/uie/InternationalALW/IntALWinE/  Ähnlich wie beim Deutschen Weiterbildungstag, der erstmals 2007 stattfand und dessen Folgeveranstaltung sich in der Vorbereitung findet, handelt es sich um den gemeinsamen Auftritt der wichtigsten Weiterbildungsanbieter. Es ist somit eine Leistungsschau, eine Werbeveranstaltung und soll auch einen Motivationsschub für die schon aktiven und auch die potentiellen Teilnehmenden bedeuten.

Alle diese Programme sollen einander ergänzen, Synergien schaffen; vielleicht wäre es deshalb gut, mehr von einander zu wissen und miteinander zu kooperieren.

Heribert Hinzen